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17.07.2019 – von Eike Eschmann|

Erfahrungsbericht: DevOpsCon Berlin 2019

In unserem heutigen Blog-Eintrag erzählen Craig Vanaman und Christian Ludwig über ihren Besuch der DevOpsCon 2019 in Berlin.

[Craig] Wir beginnen am besten damit uns vorzustellen. Chris, möchtest du anfangen?

[Chris] Gerne. Mein Name ist Chris und bin als Systemadministrator bei der SH Telekommunikation Deutschland GmbH tätig. Als Teil des Infrastrukturteams liegen meine Hauptaufgaben in der Verwaltung und Überwachung unserer Linux basierten Systeme. Im Zuge der Migration unserer IT-Landschaft in die Cloud leiste ich zudem Unterstützung bei der Implementierung von DevOps Konzepten bei SH.

[Craig] Mein Name ist Craig und ich bin DevOps Engineer bei SH. Ich arbeite eng mit unserem Infrastruktur- und Entwicklungsteam zusammen, um DevOps Praktiken in unsere Workflows zu implementieren und eine Arbeitskultur im DevOps Stil in der technischen Abteilung zu fördern. Obwohl ich über die letzten vier Jahren bei verschiedenen Unternehmen als DevOps Engineer gearbeitet habe, war die DevOpsCon Berlin meine erste DevOps Konferenz.

Und welche Erwartungen hattest du an die Konferenz? Gab es bestimmte Themen über die du mehr erfahren wolltest?

[Chris] Für mich war es ja ebenfalls die erste Teilnahme an einer derartigen Konferenz und ich konnte daher schwer einschätzen was uns erwarten würde. Für mich ging es in erster Linie darum so viel Wissen wie möglich mitzunehmen. Besonders gefreut habe ich mich daher auf den Kubernetes Workshop: Deep-dive ins Containermanagement. Abzuwägen ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden, fällt bei Fülle an spannenden Technologien nicht immer leicht. Ein besseres Verständnis für die DevOps Philosophie und die Möglichkeit mit anderen Unternehmen sowie Experten im Kubernetes Umfeld in Kontakt zu treten standen für mich daher ebenfalls im Vordergrund.

Und wie sah es mit deinen Erwartungen aus, Craig?

[Craig] Was ich hauptsächlich gehofft habe von der Konferenz mitnehmen zu können, war 1) zu reflektieren was unser Team bislang erreicht hat und festzustellen ob wir es richtig angegangen sind und 2) worauf wir uns als nächstes konzentrieren sollten. Wir haben in den letzten sieben Monaten große Fortschritte bei der Implementierung von Agile Operations gemacht – wir nutzen CI/CD Pipelines in Produktion für verschiedene Komponenten und Dienste, wir haben Silos zwischen den Teams eliminiert und reduzieren konstant die Zeit bis wir Feedback von Kunden bezüglich unserer Änderungen erhalten. Wir haben weiterhin viel zu tun und wissen welche Probleme es zu lösen gilt, aber vieles davon machen wir gänzlich auf eigene Faust und die Gelegenheit zu sehen wie es andere machen und auf welche Best Practices sich die Industrie geeinigt hat, dürfte von unschätzbarem Wert sein.

Grob zusammengefasst, Chris, wie war dein Eindruck von der Konferenz?

[Chris] Der Veranstaltungsort – das Mercure Hotel MOA Berlin – war definitiv sehr gut gewählt. Alles machte einen sehr professionellen Eindruck und nach einer kurzen Orientierungsphase fand man sich hervorragend zurecht. Am ersten Tag befanden sich die Stände der verschiedenen Aussteller noch im Aufbau, so dass man sich frei bewegen und leicht einen Überblick verschaffen konnte. Auch im weiteren Verlauf der Konferenz wurde man sehr schön durch das Programm geführt und immer wieder gezielt über bestimmte Angebote informiert. Allgemein war man thematisch sehr breit aufgestellt, um einem Publikum mit sehr variablem Wissenstand und den unterschiedlichsten Funktionen im eigenen Unternehmen gerecht zu werden. Zusammengefasst also eine wirklich runde Sache, wie ich finde.

Craig, wie siehst du das?

[Craig] Die Konferenz war ausgezeichnet – großartige Organisation und Kommunikation auf allen Ebenen. Ich wusste zu jeder Zeit welche Vorträge verfügbar waren, wann sie begannen und wo ich hinmusste. Der Veranstaltungsort selbst war auch äußerst funktional und schön – viel natürliches Licht im Atrium wo man mit Essen versorgt wurde, während man sich mit anderen Teilnehmern austauschte. Große und saubere Räume für all die Vorträge und reichlich Platz um mal eine Pause einzulegen, sich hinzusetzen und die eigenen Notizen durchzugehen.

Ich würde sagen, das einzige was man eventuell verbessern könnte wäre mehr Platz in der Mittagspause anzubieten, da es bei dem Andrang am Büfett teilweise doch recht schwierig war noch einen freien Tisch zu finden. Man sollte auch alle Teilnehmer darum bitten ihre Folien im Anschluss an die Konferenz bereitzustellen. Einige der besten Vorträge sind leider nicht auf entwickler.de zu finden.

[Chris] Da stimme ich dir zu. Es ist schade, dass die Aufzeichnungen nicht zentral zur Verfügung gestellt wurden. Vor allem da man häufig gezwungen war sich zwischen mehreren interessanten Vorträgen zu entscheiden die gleichzeitig stattfanden. Auf dem YouTube Kanal der DevOpsCon finden sich Playlists zu älteren Konferenzen. Unter Umständen wird hier auch noch Material nachgereicht.

Neben den vielen Vorträgen haben wir beide unterschiedliche Workshops am ersten Tag der Konferenz besucht. Wie hat dir deiner gefallen?

 [Craig] Der erste Tag war für mich der DevOps Transformation Day. Dabei handelte es sich um einen ganztägigen Workshop mit J. Paul Reed mit Fokus auf die DevOps Grundprinzipien nach dem Motto „Everything You Need to Succeed“. Ich hatte zuvor noch keinen Vortrag von JPR gesehen und er ist ein wirklich exzellenter Redner – informiert, entspannt, verständnisvoll und zielgruppengerecht. Er hat einen großartigen Job dabei gemacht die Stimmung im Raum zu lesen und uns mit auf eine Reise durch die DevOps Geschichte zu nehmen. Zuerst hat man uns die Grundprinzipien nahegebracht, um uns im Anschluss aufzufordern diese auf unsere individuellen Arbeitsumgebungen anzuwenden und das Ergebnis in Gruppen zu diskutieren. Mir war zwar vieles davon bereits bekannt, aber es unter seiner Anleitung in einem breiteren Kontext betrachten zu können war dennoch aufschlussreich. Meine einzige Kritik gilt den Gruppenaktivitäten, welche sich einfach zu abstrakt anfühlten und nicht so nützlich waren wie es viele gehofft hatten.

Chris, bei all der Vorfreude die du vorhin geäußert hast, wurden deine Erwartungen an den Workshop erfüllt?

[Chris] Auf jeden Fall ein wirklich gut organisierter Workshop von Erkan Yanar, welcher uns an das Containermanagement mit Kubernetes herangeführt hat. Mit nur wenigen Folien begleitet, konnten wir selbstständig Ressourcen in einem Kubernetes Cluster bzw. unserem eigenen Namespace verwalten. Er hat uns auf diesem Wege praxisnah mit allen Grundkonzepten des Ökosystems vertraut gemacht und ist dabei auch auf spezifischere Themen, wie z.B. Persistenz von Daten, Load Balancing oder Skalierung, eingegangen. Auch Nachfragen von Teilnehmern wurden dabei immer wahrgenommen und führten zu interessanten Diskussionen.

Als einzigen Kritikpunkt kann ich nur nennen, dass es ein wenig oberflächlicher als erwartet ausfiel. Vermutlich hatte ich, bedingt durch die aktuellen Problemstellungen bei unserer eigenen Cloud Migration, Themen im Kopf die den Rahmen eines solchen Workshops sprengen würden. Als Auftakt für die Konferenz war es aber dennoch eine tolle Hands-on Erfahrung.

Grundsätzlich hätte ich mir persönlich mehr technisch orientierte Talks gewünscht. Gab es für dich besondere Talks die du gerne hervorheben würdest?

[Craig] Mein Lieblingsvortrag dieser Konferenz war der grandiose Slideless Workshop von Tobias Schneck (Loodse GmbH). Tobias hat die Arbeit mit kubectl so einfach aussehen lassen und hat den Live-Charakter des Workshops toll gehandhabt – keine Folien, nur das CLI und viel Potenzial dafür, dass Dinge schieflaufen können. Ich werde viel von dem Material in meinem nächsten Kubernetes Workshop für das Technikteam nutzen.

[Chris] Man wird zukünftig sicher mehr dieser Slideless Talks erwarten können. Aber auch in Hinsicht auf die DevOps Prinzipien und ihren Einfluss auf die Prozessgestaltung gab es wirklich interessante Vorträge.

Operations: the last Mile for DevOps“ war eine Keynote von Damon Edwards (Rundeck) die bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Damon hat es sehr gut verstanden die wiederkehrenden Probleme die uns allen in der IT bestens bekannt sind im Stil eines Comics aufzubereiten, Blocker zu identifizieren und effektive Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Durch seinen Vortrag sind mir erst bestimmte, unter Umständen hinderliche Aspekte unserer eigenen Organisation im Bereich IT Operations bewusstgeworden. Vor allem der Self-Service Gedanke, die Stärkung von Vertrauen und die Abschaffung von immer wiederkehrenden Tätigkeiten gilt es seitdem für mich unbedingt stärker zu fördern. Ich würde behaupten, dass es insgesamt einer der Vorträge mit der größten positiven Resonanz war, oder?

[Craig] Definitiv! Vieles über das man sich Gedanken machen sollte und spannende Veränderungen die es zurück im Büro umzusetzen gilt. Was hast du sonst noch für dich mitnehmen können?

[Chris] Ein wunderbares Buch mit dem Titel „Die DSGVO verstehen und anwenden“, welches ich bei der Lotterie gewonnen und mittlerweile an unseren Datenschutzbeauftragten weitergereicht habe…

Aber Spaß beiseite. Ich glaube, dass ich viel Wissen aus erster Hand vermittelt bekommen habe und auf der Basis sehr schnell ein besseres Verständnis für die mannigfaltigen Probleme die mit der Implementierung von DevOps Prinzipien einhergehen entwickeln konnte. Dies hilft mir natürlich dabei die entsprechenden Teams zukünftig „artgerechter“ zu unterstützen.

Für dich war vieles nicht wirklich neu, oder?

[Craig] Ich würde sagen, hauptsächlich habe ich mitgenommen, dass wir auf dem richtigen Weg sind was die Implementierung von DevOps Konzepten angeht, also z.B. dem Entwicklungs- und Operations-Team dabei zu helfen CAMS zu nutzen, um ihre Fähigkeiten Customer Value schnell und sicher zu liefern zu optimieren.

Wir haben immer noch einen sehr langen Weg vor uns! Aus Sicht der Unternehmenskultur – Teilen von Wissen, Abschaffen von Silos, Kommunikation, Ownership – in technologischer Hinsicht – Tools, Automation, Architektur – und auch im Hinblick auf Prozesse – Agile, Lean, Dev + Ops – gibt es so viele spannende Dinge zu implementieren und zu verbessern.



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