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15.05.2019 – von Linus|

Power BI in der Cloud

Mit Power BI verfügt Microsoft mittlerweile seit gut 5 Jahren über ein starkes Datenvisualisierungs-Tool in seiner Office360 Suite. Dabei befindet es sich unter anderem durch seine Cloud-Funktionalitäten auf dem Gartner Magic Quadrant 2019, einem Ranking für Analytics und Business Intelligence Plattformen, neben Tableau und der Qlik-Suite unter den Top3 Playern des Marktes.


Quelle: https://de.talend.com/resources/2019-gartner-magic-quadrant-data-quality/

Power BI als Reporting Tool

Mit der Möglichkeit interaktive Berichte und darauf aufbauend zusammenfassende Dashboards nicht nur sehr intuitiv zu erstellen, sondern über eine Online-Applikation mit allen Nutzern sowohl im Unternehmen als auch außerhalb des internen Unternehmensnetzwerks zu teilen, bietet sich Power BI beim Aufbau einer automatisierten Reporting-Umgebung ausgezeichnet an. Features wie ein einfaches Freigabe- und Berechtigungsmanagement, die Geschwindigkeit der Datenverfügbarkeit sowie das vertraute Look-and-Feel der Office-Suite runden das Gesamtpaket ab.

Den Datentransfer zwischen den unternehmenseigenen Datenquellen in die Power BI Cloud löst Microsoft dabei über einen Gateway-Service, der bequem auf einem Unternehmensserver installiert und bei der Report-Erstellung nutzbar ist. Der automatisierte Datentransfer lässt sich hier so konfigurieren, dass frische Daten dann in den Report fließen, wenn die Fachabteilung sie braucht. So gestaltet der Tech-Leader aus Redmond den Einstieg mit bzw. Umstieg auf Power BI äußerst bequem, zumal aufgrund der Cloud-Lösung kaum Ressourcen innerhalb der hauseigenen IT vorgehalten werden müssen.

Nicht zuletzt erleichtert das Lizenzmodell, welches preislich deutlich unter der bereits genannten Konkurrenz ansiedelt, die Entscheidung für das Tool und fügt sich so konsequent in eine Open-Source-lastige Toollandschaft ein, wie wir sie in der sparhandy.de Business Intelligence betreiben. Fairerweise sei dabei jedoch erwähnt, dass beispielsweise die Tools von Tableau oder Qlik mit einem durchaus ansehnlichen, vergleichsweise fortgeschrittenen Feature-Repertoire aufwarten.

Abgelöste Reporting-Landschaft bei sparhandy.de

Mithilfe der oben beschriebenen Vorzüge von Power BI lösten wir bei unserer Marke sparhandy eine bestehende Reporting-Landschaft ab. Diese zeichnete sich zum einen durch eine hohe Dezentralität aus: Viele unterschiedliche Kollegen, die ihre Reports direkt und weitgehend untransformiert auf den Datenquellen manuell erstellten und versendeten. Größtenteils erfolgte dies über zeit- und rechenintensive, einfache Excel Mappen. Zum anderen durch fehlende, aufgrund der hohen Dezentralität jedoch noch dringender benötigten, Qualitätssicherungsprozesse, die die Festlegung auf einen Single-Point-of-Truth nahezu unmöglich machten.

Zwar erfüllte diese Form des Reportings durchaus seinen Zweck. Allerdings warfen unterschiedliche Zahlen in unterschiedlichen Berichten von verschiedenen Datenanalysten berechtigte Fragen nach Validität und Konsistenz auf. Darüber hinaus war an eine Aktualisierung auf Tagesbasis durch den hohen zeitlichen und personellen Aufwand nicht zu denken, was eine punktuelle Steuerung erschwerte.

Diese Probleme galt es also zu bearbeiten: Die Erhöhung der Reportingqualität, die Auflösung von Ressourcenbindung, um den Fokus wieder zurück auf das Kerngeschäft zu legen, sowie eine feinere Steuerung auf entsprechender Datengrundlage zu ermöglichen.

Vom Quelldatensystem in den fertigen Power BI Report

Hier setzen wir in der Präsentationsebene mit einer Power BI Cloud Lösung an: Als letztes Glied im Systemstack aus MySQL, MS-SQL und Google Analytics als Datenquelle, Apache NIFI als ETL-Tool und einer PostgreSQL als DataWarehouse-Datenbank. Mithilfe von NIFI werden die Reporting relevanten Daten automatisiert aus den Datenquellen extrahiert und in einer Staging-Umgebung im DataWarehouse zwischengespeichert. Anschließend werden diese Daten von NIFI getriggert innerhalb der PostgreSQL-Datenbank transformiert, um in standardisierten Data-Marts im DataWarehouse abgelegt zu werden. Auf Basis dieser Data-Marts erstellen wir mithilfe von Power BI Desktop, welches sogar außerhalb des Power BI Lizenzmodells kostenlos nutzbar ist, die benötigten Reports. Nach Freigabe der Berichte in voneinander getrennten Fachabteilungs-Arbeitsbereichen in der Power BI Cloud, kommt das Power BI Gateway ins Spiel. Dieses greift per ODBC-Verbindung auf dem intern bereitgestellten Server auf die jeweiligen Data-Marts zu und leitet diese nach zuvor in Power BI definiertem Aktualisierungsplan in die Cloud weiter. So gewährleisten wir valide Daten in einer zentral verwalteten Reportinglandschaft in gleichbleibender, sowie einheitlicher Datenqualität. Davon abgesehen können sich unsere Kollegen nun durch eine annähernd vollständige Automatisierung des Reportings wieder ihren Kernaufgaben widmen und wir ermöglichen darüber hinaus ein tagesaktuelles Reporting bzw. in naher Zukunft sogar in Echtzeit.

Fazit und Ausblick

Das Feedback aus den Fachabteilungen nach Einführung von Power BI als Reporting-Tool fällt durchweg positiv aus. Die Kombination aus ständiger Verfügbarkeit tagesaktueller Daten mit minimalem manuellem Aufwand, sowie die Interaktionsmöglichkeiten über das Power BI Interface in gewohnter Office Manier gestalten den Umstieg für die Nutzer fast naht- und mühelos.

Kommende und vielversprechende Chancen bestehen in den Möglichkeiten der Nutzung der Power BI REST-API. Diese ermöglicht zum einen die volle Kontrolle des Datenflusses vom DataWarehouse in Form aktiver Datenpushs in die Power BI Cloud über unser ETL-Tool. Dies lässt die direkte Kopplung von Aktualisierungsprozessen der Data-Marts und Aktualisierung der Power BI Cloud Datasets zu. Zum anderen ermöglicht eben dieses Feature den Einsatz von Echtzeit-Reportings, wobei sich die Umsetzung durch die REST-API Limitationen durchaus als einschränkend entpuppen könnte.

Mittelfristig wird sich zeigen, ob Power BI für die SH das Tool der Wahl bleiben wird. Für die Umstellung der bisherigen Reportinglandschaft erwies sich die Entscheidung für Power BI rückblickend als absolut sinnvoll. Davon sollte sich jedoch der Blick nach links und rechts auf die durchaus interessante Konkurrenz in Form von Tableau oder Qlik, die mit einem durchaus interessanten Arsenal fortgeschrittener Analyse- und Visualisierungsmöglichkeiten aufwarten, nicht verstellen lassen.



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